26.08.2013

Die Trulli

Alte Trulli

Ein Trullo – mehrere Trulli. Besucht man das erste Mal das Valle D’Itria, fallen einem sofort die vielen Trulli-Bauten ins Auge. Wie Zipfelmützen ragen sie aus den grünen Olivenhainen und Weingärten hervor. Rund 5000 wurden im gesamten Itria-Tal gezählt. Wurden sie vor ca. 300 Jahren hauptsächlich zur Unterbringung von Vieh und Geräten genutzt, dienten sie später den Bauern als Wohnraum. Heute werden die Meisten in aufwendiger Arbeit restauriert und als Ferienunterkünfte oder Sommerwohnsitze hergerichtet. 
Neue Eigentümer sind neben Italienern viele Engländer und Deutsche. 

Sarazen Trulli

Die Bauweise der Trulli hat sich kaum geändert. Zwar sind bei neugebauten Trulli die Wände nicht mehr so stark, dadurch wurde viel Platz verschenkt, doch gerade beim Dach wird noch mit der alten Technik gearbeitet.
Rohe Feldsteine wurden in Trockenbauweise übereinandergesetzt. Durch die schräg aufeinandergeschichteten Steinplatten entstand das kegelförmige Dach.

Bei den alten Trulli sind die Wände meist bis zu 1,50m dick und die Fenster recht klein. Dadurch ist es im Sommer angenehm kühl.

Wer so einen alten Trulli kauft und als Wohnraum umbaut, sollte aber auf keinen Fall auf eine Heizung verzichten. Im Winter wird es hier auch kühl und man holt sich auf dem Steinfußboden schnell eiskalte Füße.
Es ist aber schon ein besonderes Erlebnis in einem Trulli seinen Urlaub zu verbringen.

Restaurierter Trulli
 
Aus einfachen Bauernhütten entstehen heute wunderschöne Landhäuser.
Nicht selten umfasst so ein Komplex 8-10, manchmal sogar noch mehr Trullo. Brauchten die Menschen früher mehr Platz, wurde einfach noch ein Trullo dran gebaut. Innen ist es meist sehr verwinkelt und teilweise höhenmäßig auch unterschiedlich.


Die netteste Legende der Trulli geht aus dem 17. Jh. hervor.
Die Hausbesitzer mussten in dieser Zeit an den König eine Grundsteuer abführen. Um seinen Untertanen die Abgabe zu ersparen, ließ der Feudalherr sie mörtellose Steinhütten bauen. Bevor die Steuereintreiber kamen, nahmen die Bewohner die Steinplatten vom Dach. Denn nur ein Haus mit Dach galt als bewohnbares Gebäude und wurde besteuert.


Dicke Wände



Der Mutterkoni









Symbole auf den Trulli-Spitzen


Wenn Sie durch das Valle d’Itria fahren und sich die Trulli ansehen, wird Ihnen sicher auffallen, dass jede Spitze mit einem symbolischen Schlussstein ‘Zippus’ oder ‘pinnacolo’ abschließt.
Das kann aber auch eine Kugel (sehr verbreitet) oder ein anderes Symbol sein. Meist ist auf dem größten Koni, dem sogenannten Mutterkoni ein anders Symbol als auf den Kleineren.
Die Spitze unseres Mutterkoni ist schon etwas ausgefallener, da sie aus zwei Symbolen zusammengesetzt wurde. Der untere Teil steht für die ‘Brüste der Mutter’ (Fruchtbarkeitssymbol) und der obere Teil ist ein Sterntetraeder oder Keplerstern. Dieser Stern ist ein sehr altes Symbol, welches das Markenzeichen von unserem Baumeister Stefano ist.

Unsere Trulli-Dächer
 
Symbole der Trulli-Spitzen














Symbole auf den Trulli-Dächern


Neben den unterschiedlichen Trulli-Spitzen finden Sie meist auf den alten Trulli-Dächern mit Kalk gemalte Zeichen. Besonders auffällig ist es in Alberobello, das sollten Sie sich auf jeden Fall anschauen.

Über die Bedeutung dieser ‘primitiven’, ‘christlichen’ und ‘magischen’ Symbole gibt es viele Mutmassungen, doch einige lassen sich schon erklären.
So gibt es den siebenarmigen jüdischen Leuchter, einige Sternbilder und das Kreuz.
Die Symbole sollten die Bewohner vor dem Bösen schützen, eine gute Ernte segnen oder auch die Verehrung eines heidnischen Gottes.

Zur damaligen Zeit wurden ihnen bestimmt magische Kräfte zu gewiesen, manche gaben vielleicht auch nur Hinweise auf die Familie oder den Beruf des Hausherren.
Wie auch immer, durch die Zeichen sind sie etwas Besonderes und gehören auf die alten Trulli und nach Puglia.



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