26.08.2013

Campingurlaub am Gargano

2005 waren wir das erste Mal am Gargano...

Bungalow auf dem Campingplatz

 Urlaub für die ganze Familie.

Eigentlich sind wir keine Campingfreunde.
Doch auf Drängen unserer Kinder haben wir uns 2005 das erste Mal auf den Weg zum Gargano gemacht. Wir hatten uns extra einen kleineren Campingplatz (Village Camping Punta Lunga) ausgesucht, damit er für die Kinder übersichtlich ist. Uns erwartete ein sehr sauberer Platz mit kleinem Supermarkt (deutscher Fleischer), kleinem Theater wo besonders für kleinere Kinder Abends etwas geboten wird, Surfschule und kleinem Fitnessraum. Der Campingplatz hat eine eigene Badebucht und ist wunderschön gelegen. Die Bungalows sind einfach aber sauber und zweckmässig ausgestattet.
Da sie sich im Pinienwald befinden, heizen sie sich auch bei größerer Wärme nicht so sehr auf.

Uns hat der ungezwungene Urlaub auf dem Campingplatz sehr gut gefallen.

Viele kleine Badebuchten...
...und Grotten










...und 2007 haben wir dort wieder unseren Urlaub verbracht



Blick von unserer Terrasse


Die Kinder waren größer und wir wollten diesmal einen anderen Platz ausprobieren. Es sollte mehr Annimation angeboten werden und so entschlossen wir uns für den Village Camping Spiaggia Lunga.
Ein sehr großer Campingplatz, der in zwei Zonen – die Meer- u. Hügelzone aufgeteilt ist. Wir wollten gerne dicht am Wasser sein und mieteten einen Bungalow in der Meerszone. Zwischen den Zonen pendelt ein Shuttlebus.
Wunderschön angelegt mit vielen Palmen und Bougainvillea verteilen sich die Boungalows über dem Platz. Von einfach ausgestattet bis exclusiv – Sie haben die Wahl.
In der Meerszone befindet sich ein Restaurant, ein großer Supermarkt (besonders zu empfehlen die leckeren Croissants), ein Kinderpool und ein kilometerlanger Strand.

In der Hügelzone befindet sich ein Tennisplatz und ein Pool mit Bar
Besonder faszinierend war das sehr große Amphitheater auf der Spitze des Hügels. Wunderschön angelegt gab es erst für die Kleinsten Aufführungen und dann ein abwechslungsreiches Programm für die Großen.


Fliegende Händler am Strand

Auf der Bootstour

 Ein herrlicher, kilometerlanger Sandstrand.
Jeder Campingplatz bietet seinen Gästen am Strand Liegen und Schirme gegen eine Gebühr an.
Da sich nur weniger Ausländer in diese Gegend verirren (sehr angenehm) haben wir es immer sehr genossen zwischen den lebhaften Italienern zu liegen. Etwas italienisch können wir, so dass es Spass machte den Gesprächen zu lauschen (und wir haben dabei auch wieder etwas gelernt).

Es ist immer wieder faszinierend wie schnell Italiener untereinander Kontakt bekommen. Wir brauchten kein Buch, das war schon Unterhaltung genug.
Wenn wir dann doch was unternehmen wollten konnten wir am Strand shoppen gehen. Viele Afrikaner oder Asiaten ziehen am Strand mit ihren transportablen Verkaufsständen entlang. Ob Wassertiere, Bikinis, Badelaken oder Sommerkleidung, für jeden war etwas dabei.
Ein ganz besonderes Erlebnis sind die Bootsfahrten entlang der Küste.
Die teilweise sehr schroffen, steilen Kalkklippen bieten den Besuchern ein imposantes Bild. Immer wieder gerne geht die Fahrt durch Felsbögen in Grotten hinein. Zwischendurch wird dann ein Stopp an einem der zahlreichen kleinen Buchten eingelegt.

Oliven und Olivenöle

In Kürze vorweg
Es gibt Olivenöle in allen Variationen und Preisklassen, doch wofür sollen Sie sich bei der riesigen Auswahl entscheiden? Warum soll man viel Geld für Olivenöl ausgeben, wenn es doch auch ein Bio-Olivenöl für 3,99€ im Discounter gibt? Ist der Unterschied wirklich so groß?
Italien ist natürlich nicht das einzige Land, wo gutes Olivenöl produziert wird, aber wir lieben das Land, die Menschen und natürlich das herrliche apulische Olivenöl.
Wie schon in anderen Artikeln berichtet, besitzen wir im Valle d’Itria ein Grundstück mit ca. 80 Olivenbäumen und haben 2011 unser erstes eigenes Olivenöl produziert. Unsere Erlebnisse und Erfahrungen würden wir gerne mit Ihnen teilen.

In unserem Blog möchten wir Ihnen zeigen, worauf es beim Olivenöl ankommt und Ihnen dadurch das Bewusstsein für eine gesunde Ernährung näher bringen.

Alter knorriger Olivenbaum


Frischgeerntete Oliven

In der Provinz Bari werden ungefähr 40% des Olivenöls aus Apulien hergestellt. Dort stehen ca. 22 Millionen Olivenbäume auf 130.000 Hektar Land.
Die Region ist in verschiedene Bereiche des Olivenanbaus aufgeteilt. Durch die klimatischen Einflüsse und die unterschiedlichen Bodenverhältnisse sind einige Olivensorten in bestimmten Bereichen stärker vertreten.
So findet man z.B. im Norden die Olivensorte Coratina und Richtung Landesinneren vermehrt die Sorte Ogliarola.
Erntereif sind die Oliven schon wenn sie grün sind. Dann ist der Geschmack am intensivsten. Je dunkler sie werden, desto milder sind sie. Oft hängen an einem Baum noch grüne, andere verfärben sich aber schon. Die Mischung unterschiedlicher Reifegrade und Sorten macht den Geschmack des Olivenöls aus.

Die Pflege der Olivenbäume ist sehr arbeitsintensiv und kostspielig.

Für hunderte von Olivenöl produzierende Mühlen, den sogenannten ‘Frantoio’ ist die arbeitsintensivste Zeit von Ende Oktober bis Februar/März. Mit Hochdruck wird in diesen Wochen gearbeitet, um mit der Ernte der Oliven die besten Olivenöle der Welt zu produzieren.
Die Bauern in den ländlichen Gebieten sind nun jeden Tag in ihren Olivenhainen. Sie müssen sich beeilen, da man auch dort mit Frost und Schnee rechnen muss.

Schnee im Februar 2009
Da Oliven sehr empfindlich sind, werden sie entweder mit der Hand gepflückt oder es werden Netze darunter gelegt, in welche die Oliven fallen ohne beschädigt zu werden.
Die kleinste Beschädigung mindert schon die Qualität des späteren Olivenöls. Wie bei der Apfelernte setzt auch bei den Oliven der Fäulnisprozess sofort ein.
Die guten Eigenschaften (Vitamine und ungesättigte Fettsäuren), die ein qualitativ hochwertiges Olivenöl ausmachen,  gehen dadurch schnell verloren.

Die Ernte mit Hand oder Netzen ist natürlich sehr kostspielig, aber nur dieser Vorgang garantiert unter anderem auch ein einwandfreies Olivenöl.

Netze unten den Olivenbäumen
Oft werden Oliven auch mit Maschinen geerntet. Diese fahren durch die Reihen und reißen die Oliven von den Bäumen. Dabei ist eine Beschädigung unvermeidbar.
Durch diese Art der Ernte kann das Olivenöl zwar viel günstiger angeboten werden, ist aber von minderwertigerer Qualität.
Was nützt Ihnen die Ernährung mit Olivenöl, wenn dieses kaum Vitamine und ungesättigte Fettsäuren enthält?

Wenn die Oliven geerntet sind, müssen sie möglichst schnell zum ’Frantoio’ der Ölmühle gebracht werden. Zwischen der Ernte und der Pressung sollten höchstens 1-2 Tage liegen.
Je schneller sie verarbeitet werden, desto besser ist es für die Qualität. Denn schon nach 24 Std. beginnt sich die Qualität zu verschlechtern.


 
Oliven sind reif für die Ernte

Der besondere Wirkstoff Oleuropein

Die gesundheitsfördernden Wirkungen des Olivenöls sind in Deutschland seit längerem weitgehend bekannt. Doch wussten Sie schon, dass dafür der Wirkstoff Oleuropein zum großen Teil verantwortlich ist. Oleuropein ist ein antioxidativer Naturstoff der sowohl im Blatt, der Frucht als auch in der Rinde des Olivenbaums vorkommt. Die höchste Konzentration ist im Olivenblatt zu finden. Das Vorhandensein dieses Stoffes ermöglicht dem Baum, sich gegen Insekten und bakterielle Krankheiten zu schützen und dadurch ein sehr hohes Alter von bis zu 1000 Jahren zu erreichen. Diese wunderbaren Eigenschaften kann sich der Mensch auch zu nutze machen, um seinen Körper vor aggressiven freien Radikalen zu schützen. Gerade für Dermatologen ist der Wirkstoff sehr interessant, da er die Haut schützt, den Alterungsprozess verlangsamt und entzündungshemmend wirkt.

Olivenölproduktion

Oliven werden gewogen










Wie schon vor Tausenden von Jahren wird auch heute das Olivenöl nach den altbewährten Methoden kalt gepresst.
Ohne Erhitzung und Zusatz von chemischen Substanzen ist es ein reines Naturprodukt und dadurch unverändert in seinen wertvollen Bestandteilen.
Nachdem die Oliven die Ölmühle erreicht haben, werden sie von Blättern und Zweigresten befreit und gründlich mit klarem Wasser gereinigt.
Falls sie gegen Schädlinge gespritzt worden sind, werden hierdurch die Rückstände entfernt.
Oliven werden gereinigt
Nun werden die Oliven samt Kernen von schweren Mahlsteinen aus Kalkstein zu einem Brei zermalmt. Je geringer die Geschwindigkeit ist, desto besser wird die Qualität des Olivenöls. Ein Durchgang dauert etwa 40 – 60 Minuten.


Mühlstein zermalmt die Oliven









 
Der Brei aus zerkleinerten Oliven und Kernen wird als nächstes in übereinander gestapelte, runde Matten gefüllt.
Bevor die Pressung beginnt, läuft schon das erste Öl herunter: Das ist dass allerfeinste Öl – die Träne – und wird auch teurer verkauft.
Nun beginnt die Pressung: Hydraulisch angetrieben wird  soviel Druck auf den Brei ausgeübt, dass eine Mischung aus Öl und fruchteigenem Wasser herausläuft.
In der Zentrifuge wird dann das Öl vom Fruchtwasser getrennt.
Nun ist das Olivenöl fertig. Es ist ein reines Naturprodukt entstanden. Zu keiner Zeit wurde dem Öl etwas zugefügt.

Das Olivenöl ist fertig
 
Die Zentrifuge

Eigene Olivenernte

Auch unsere Kinder mussten helfen

Viel Arbeit beim Beschneiden der Bäume










Es war soweit – dieses Jahr (Nov. 2011) konnten wir unsere ersten eigenen Oliven ernten.
Doch vorher stand über 2 Jahre eine Menge Arbeit an:

Nach dem Kauf des Grundstücks sahen die Bäume sehr ungepflegt aus. Also hat mein Mann in unseren Urlauben mit Unterstützung eines Bauern die Olivenbäume in Form geschnitten. Mit Hilfe unserer Kindern haben wir in mühevoller Arbeit die Wildtriebe entfernt. Immerzu kam ein Schrei unserer Tochter, weil wieder eine Spinne (manchmal recht groß) erschrocken aus einem Loch gekrabbelt kam. Doch auch mein Mann blieb nicht verschont: Eines Tages beschnitt er einen Olivenbaum mit einem großen Loch im Stamm und plötzlich hockte er Aug in Aug einem kleinem Fuchs gegenüber. Danach war uns auch klar, warum an den Olivenbaumstämmen oft Steine liegen!
Teilweise sind es große alte Bäume aber auch viele kleine und jüngere. 80 Bäume mussten beschnitten werden – eine Menge Arbeit.


 'Schnatterinchen' kommt zum Einsatz
Mit eigenem Generator



Eigentlich hatten wir im November nicht vor, unsere Oliven zu ernten. Wir waren nur 5 Tage dort und hatten einem Bekannten angeboten ihm einen Tag lang bei seiner Ernte zu helfen. Da wir es nur von Fotos und aus Berichten kannten, dachten wir, es wäre eine gute Möglichkeit Erfahrungen zu sammeln. Gesagt getan, morgens um 8°°Uhr ging es los und mit kurzer Mittagspause haben wir bis 16°°Uhr geerntet. Oh Gott, waren wir kaputt, so anstrengend hatten wir es uns nicht vorgestellt!

Die Oliven sind reif


Wie gesagt, eigentlich hatten wir nicht vor bei uns zu ernten. Doch unser italienischer Freund Franco und seine Frau Giovanna sahen das ganz anders. Nachdem sie sich unsere Bäume angesehen hatten und sahen, wie voll die Bäume hingen und wie gut die Qualität der Oliven war, sagten sie kurz entschlossen - morgen wird geerntet, um 7°°Uhr geht es los! 
Nun muss man wissen, das Oliven am Anfang alle grün sind und sich mit zunehmendem Reifegrad immer dunkler färben. Das Wetter war in diesem Jahr optimal für die Oliven – warm, trocken und sonnig.  Selbst im November lagen die Temperaturen noch um die 15 – 20° C und kaum Regen. Die beste Qualität erreicht man in dieser Zeit.

Auch bei uns kommt 'Schnatterinchen' zum Einsatz.
Morgens um 7°°Uhr standen wir einsatzbereit auf unserem Grundstück.
Kurz danach kam Franco mit seinem Trecker und Giovanna folgte mit ihrer Schwester. Das Auto war voll gepackt mit Netzen und Bottichen.

Per Hand dauert es doch bedeutend länger.
Die Drei sind ein eingespieltes Team, schon zigmal haben sie Oliven geerntet, jeder Handgriff sitzt. Ruckzuck wurden die Netze aus dem Auto geholt und unter die ersten Bäume gelegt. Schön dicht an den Stamm und die Fläche muss groß genug sein, damit möglichst wenig Oliven daneben fallen.
Nun wurde der Kompressor angeschmissen und ‘Schnatterinchen’ kam zum Einsatz. An einem langen Stab befinden sich vorne zwei Kunststofffächer, ähnlich einem Laubbesen, die sich durch Luftdruck sehr schnell bewegen.
Geht man nun an den Ästen entlang, fallen die Oliven durch die Vibration in die Netze.


Aufpassen, dass keine Oliven vom Netz rollen.

Die Männer holen die Oliven vom Baum und wir Frauen sind für das Einsammeln verantwortlich. Am Anfang habe ich nur nach Anweisungen von Rosa oder Giovanna die Netze ausgelegt. Da bin ich doch mehr oder weniger hinterher gelaufen und habe mich nur gewundert wie schnell die Beiden arbeiten. Von wegen mal verschnaufen oder ein kleines Päuschen – Pustekuchen, zack zack ging das!
Die Oliven werden vorsichtig in den Netzen von aussen nach innen gerollt. Sie haben nachher ein ganz ordentliches Gewicht. Bevor sie in die Bottiche gefüllt werden, müssen noch die kleinen Äste und so gut es geht die Blätter rausgesammelt werden. Anschließend werden sie vorsichtig in die Kübel geschüttelt.


Äste und Blätter müssen entfernt werden.

Ca. 30kg wiegt ein Bottich.










Nach einer kurzen Mittagspause waren wir dann um 15°°Uhr mit der Ernte fertig. Super stolz waren wir, ein tolles Gefühl, aber den Rücken konnten wir nicht mehr richtig gerade machen, in den Beinen war keine Kraft mehr und die Arme haben wir gar nicht mehr gespürt.
Da wir am nächsten Tag nach Hause fliegen mussten, hatte Franco die Aufgabe übernommen, unsere Oliven zur Ölmühle zu bringen.
Zwei Tage später bekamen wir dann die Nachricht, dass wir 960kg Oliven geerntet hatten und nun stolze Besitzer von 150lt.!!! eigenem biologischem, säurearmen (unter 0,2%) Olivenöl sind.
Im Februar werden wir das Olivenöl nach Deutschland transportieren lassen. Die ersten Freunde haben sich schon angemeldet, um uns was abzunehmen.

Fazit: Olivenernte ist eine sehr anstrengende und aufwändige Arbeit. Wir wissen jetzt, warum hochwertige Olivenöle ihren Preis haben. Bei unserem Olivenöl können wir sicher sein, dass alle wichtigen Inhaltsstoffe enthalten sind und es wirklich gesund ist!

Glücklich und zufrieden nach getanener Arbeit.


Hausbau - Beginn


...und so sieht es heute aus

So sah es vor Baubeginn aus...




 

 








Wie kommen wir an Strom?


Der Kanal für die Leitungen wird gefräst






Der Stromanschluss für unser Grundstück





Als erstes musste nun bei der Enel Strom beantragt werden.  Wir wollten aber keine Strommasten auf unserem Grundstück  (das ist in der Gegend weit verbreitet) haben, sondern lieber eine Erdleitung.  In einiger Entfernung oberhalb unseres Grundstückes stand ein Strommast und das wäre bestimmt kein Problem eine Leitung von dort zu uns zu verlegen – dachten wir! Da der Mast auf einem privatem Grundstück steht, musste der Nachbar um Erlaubnis gefragt werden, den Anschluss von seinem Mast zu verlegen. Das war zum Glück auch kein Problem.
Doch der 1. Antrag wurde von der Enel abgelehnt mit der Begründung: Ist nicht möglich. Erst nachdem unser Architekt im nächsten Antrag mitteilte, dass wir die Leitung auf eigene Kosten verlegen lassen würden, bekamen wir das OK.
Nun konnte endlich losgelegt werden, denn ohne Strom konnte der Bau auf unserem Grundstück ja auch nicht beginnen. Die Bauarbeiter mussten mit schweren Maschinen den Kanal herstellen, da der Untergrund sehr hart und felsig ist.

Trotz dieser aufwändigen Arbeit waren wir doch sehr erfreut und überrascht, dass die Verlegung der Erdleitung günstiger war als das Setzen der Strommasten.
Die Enel musste nur noch einen Kasten an unsere Mauer setzen und die Leitung anschließen.
Der Strom ist für Ausländer erheblich teurer als für Italiener und bei dem Anschluss  für landwirtschaftliche Gebäude sind die Kosten höher als für Wohnhäuser – wer soll das verstehen!  Den Antrag konnten wir zum Glück dahingehend noch ändern.

Nun ist es in Italien nicht möglich, während der Bauphase eine Rechnung online zu erhalten. Als wir im Januar da waren, klebte auf unserem Stromkasten ein Zettel, dass der Strom abgestellt ist. Die Enel hatte die Rechnung an die Baustellenadresse geschickt und da sie nicht bezahlt wurde (klar, wohnt ja auch noch niemand), den Strom abgestellt. Tja, andere Länder andere Sitten!
Es wundert uns schon, dass sie die Richtlinien nicht verändern. Gerade in Apulien gibt es viele Ausländer die ein Grundstück erwerben möchten, aber vor der Bürokratie zurückschrecken. Es würde vieles einfacher machen, wenn sie die Leute unterstützen, welche in die alten Gebäude investieren und sie erhalten wollen. 



Endlich geht es los



Die Gebäude werden vermessen





Am 02.07.2011 war es endlich so weit, die Gebäude wurden eingemessen.
Da wir nicht ständig vor Ort seien können, versprach Andrea uns das Zusenden von Fotos. Das klappte von Anfang an sehr gut und wir waren immer auf dem Laufenden.

Ein paar Tage später begannen sie den Boden abzutragen. Das war eine sehr aufwändige und anstrengende Arbeit, da der Untergrund hauptsächlich aus Felsgestein besteht.
Für das Ausheben des Pools benutzten sie einen Bagger, bei dem vorne ein Presslufthammer befestigt war. Man darf nicht vergessen, es war Mitte Juli und die Temperaturen lagen um die 35°C – Wahnsinn!

Mehr Felsen als Erde
Mein Mann hat eine Firma für Garten- und Landschaftsbau und dadurch ein besonderes Verhältnis zu Pflanzen. Deshalb sind die Olivenbäume für ihn auch etwas ganz Besonderes und sollten, wenn möglich alle erhalten bleiben. Für den Bau  musste der eine oder andere Baum umgepflanzt werden. Das konnten die Italiener zwar nicht ganz nachvollziehen, aber sie sind so einiges von den Ausländern gewohnt – die ticken halt anders! Und bitte bei der Hitze auch regelmäßig gießen -  hat auch  ganz gut geklappt.

Schwieriges Einmessen bei dem Untergrund












Das Fundament wird geschüttet




 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Im August ist in Italien Urlaubszeit und da wird nicht gearbeitet. Bei teilweise 40°C ist das auch nachvollziehbar. In dieser Zeit verbringen sehr viele Norditaliener ihren Urlaub in Apulien. Da herrscht reges Treiben in den Städten und an den Stränden.

Nachdem alle gut erholt aus dem Urlaub zurück waren, ging es im September dann mit dem Bau richtig los.
Nun wurde die Schalung gesetzt und das Fundament geschüttet. Wir waren zu der Zeit gerade in Apulien und konnten beobachten was für gewaltige Anstrengungen für diese Arbeit notwendig waren. 

Abends standen wir dann mit dem Plan auf der Baustelle und versuchten nachzuvollziehen, wo welcher Raum ist und wo sich später wohl unsere überdachte Terrasse befinden wird.
Es fiel uns sehr schwer, da die Gebäude versetzt zueinander stehen.

 

 

Die Maurerarbeiten beginnen







Nachdem Anfang Oktober mit den Maurerarbeiten begonnen wurde, ging der Baufortschritt sehr zügig vorran. Anhand der Fotos konnten wir ihn immer gut verfolgen. Der Architekt schickte uns auch viele Detailfotos, sodass wir sehen konnten, wo Armierungen eingebaut, Rohre und Kabel verlegt wurden.
Die Außenmauern (bei der Lamia) werden nicht wie bei uns aus Kalksandstein, sondern aus Porotonstein gefertigt. Bei der Lamia werden sie später verputzt und weiß gestrichen. Viele gaben uns den Tipp es doch rot zu streichen, was in Apulien sehr traditionell ist, doch dazu können wir uns noch nicht durchringen, vielleicht später.
Das Innenmauerwerk besteht aus Tuff-Stein, dieses ist ein poröser Naturstein, der sehr leicht ist und eine gute Dämmfähigkeit besitzt. Alle Steine werden vor Ort abgebaut und dadurch halten sich die Kosten auch im Rahmen.

Die Trulli-Außenmauern bestehen aus einem typischen weiß-bräunlichen Naturstein. Da uns diese so gut gefallen, werden auch im Inneren der Gebäude einige Wände damit verkleidet.


 


 

 

 


Dämmung und Naturstein




 



 





In Italien wird es nicht so kalt, eine Dämmung von 5cm reicht, das wurde uns von allen bestätigt. Naja, im Winter kann es schon kühl werden, aber wir wollten es auch als Kältedämmung im Sommer haben. Also machte mein Mann den Vorschlag doch Perlite zusätzlich als Dämmung zu nehmen. Doch damit stießen wir auf taube Ohren: Das gibt es in Italien nicht, das braucht ihr nicht und Schluß! Da sind wir ja mal gespannt.
Da wir den apulischen Baustil so lieben, werden alle Gebäudeecken, sämtliche Türen, Fenster und die Außentreppe mit einem hellen Naturstein verkleidet. Das ist ein spezieller Stein, der im Werk erst in Blöcke gesägt und anschließend gestockt und bossiert wird. Gerade bei diesen Steinen haben wir mehrmals betont, dass wir sie rustikal haben möchten. Nur was da als rustikal angesehen wird, war uns viel zu fein und glatt. Zurückgeben der Steine ging nicht, also wurde tatsächlich ein Mann abgestellt um sie mit Hammer und Meißel zu bearbeiten. Wir waren zu der Zeit gerade unten und konnten genau sagen, wie wir es haben wollten. Ich möchte nicht wissen, was die Handwerker von uns gedacht haben.